Snapshot oder Backup: Was schützt meine Daten?
Vor einem Update einen Snapshot anlegen: Das kann einen schnellen Rückweg ermöglichen. Für die Frage, ob Ihre Daten einen ausgefallenen Speicher oder einen kompromittierten Administratorzugang überstehen, reicht dieser Schritt allein jedoch nicht. Entscheidend ist, welche Kopie im jeweiligen Fehlerfall noch verfügbar ist und wie Sie daraus wieder arbeiten können.
Wofür ein Snapshot gedacht ist
Ein Snapshot hält einen System- oder Speicherzustand zu einem Zeitpunkt fest. Wie das umgesetzt wird, hängt von der Plattform ab. Bei VMware beschreibt Broadcom Snapshots als Änderungen gegenüber einer zugrunde liegenden virtuellen Festplatte. Fehlt diese Basis, ist der Snapshot kein eigenständiger Ersatz. Die Grenzen Ihrer konkreten Plattform sind deshalb wichtiger als die Bezeichnung im Verwaltungsportal.
Für ein geplantes Softwareupdate können Sie vorher festlegen: Wer erstellt den Snapshot, welcher Funktionstest entscheidet über Erfolg und wann wird er wieder entfernt? Ein dauerhaft wachsender Bestand ohne Zuständigkeit ist kein Wiederherstellungskonzept. Prüfen Sie auch, ob ein Zurücksetzen bereits neu eingegangene Bestellungen oder Dateien überschreiben würde.
Warum drei Speicherkopien kein Backup ersetzen
Replikation hält mehrere Kopien des laufenden Datenbestands vor. Bei der NUXOA-Serverinfrastruktur liegen drei Ceph-Kopien auf getrennten Hosts. Das schützt vor dem Ausfall einzelner Speichermedien oder Hosts im Rahmen der verfügbaren Redundanz. Wird eine Datei versehentlich gelöscht oder von einer Anwendung überschrieben, wird auch diese Änderung repliziert. Für den früheren Zustand brauchen Sie ein Backup oder einen geeigneten Snapshot.
NUXOA Managed-Server enthalten zusätzlich sieben tägliche On-site-Backups und zwei wöchentliche Off-site-Backups. Speicherredundanz und diese zeitlich getrennten Backups erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Wiederherstellungstest zeigt, ob neben Dateien auch Datenbanken und Konfigurationen in einem nutzbaren Zustand zurückkommen.
Den Ausfall mitdenken
Stellen Sie Ihrem Anbieter drei konkrete Fragen: Ist die Sicherung bei Ausfall des produktiven Speichers erreichbar? Können dieselben Zugangsdaten Produktion und Sicherung löschen? Lassen sich ältere Stände nach einer erst spät bemerkten Datenbeschädigung wiederherstellen? Die Antworten zeigen, ob die Kopie zu Ihrem Risiko passt. Ein anderer Ordner auf demselben Datenträger löst das erste Problem beispielsweise nicht.
CISA empfiehlt gegen Ransomware unter anderem offline gehaltene, verschlüsselte Sicherungen und regelmäßige Wiederherstellungstests. Für Ihre Planung bedeutet das: Die Trennung und die Zugriffsrechte müssen zum Bedrohungsszenario passen. Eine externe Kopie ist hilfreich, bleibt aber angreifbar, wenn ein kompromittiertes Konto sie ebenfalls verändern oder entfernen kann.
Rechenbeispiel: Wie viel Arbeit fehlt?
Angenommen, die letzte nutzbare Sicherung einer Auftragsverwaltung stammt von 02:00 Uhr. Um 15:00 Uhr fällt das System aus. Ohne weitere Wiederherstellungsmöglichkeiten können 13 Stunden Änderungen fehlen. Besprechen Sie mit der Fachabteilung, ob sie diesen Zeitraum nacherfassen könnte und welche Unterlagen dafür außerhalb des Systems vorhanden wären.
Davon getrennt ist die Ausfallzeit: Daten herunterladen, einen Ersatzserver vorbereiten, die Anwendung starten und Bestände prüfen braucht ebenfalls Zeit. Halten Sie den akzeptablen Datenverlust und die gewünschte Wiederanlaufzeit getrennt fest. Ein häufiges Sicherungsintervall beweist noch nicht, dass die Anwendung schnell wieder nutzbar ist.
Ein Wiederherstellungstest, der etwas belegt
- Einen konkreten Sicherungsstand auswählen und die benötigten Schlüssel sowie Zugangsdaten bereithalten.
- In einer getrennten Testumgebung wiederherstellen; automatische E-Mails, Zahlungen und andere produktive Aktionen dabei unterbinden.
- Anmeldung, einen bekannten Datensatz, Berechtigungen und eine typische Arbeitsaufgabe prüfen.
- Start- und Endzeit, Datenstand, fehlende Bestandteile und die fachliche Abnahme dokumentieren.
- Offene Punkte einer Person zuordnen und nach Änderungen am Sicherungsverfahren erneut testen.
Was ins Angebot gehört
Fragen Sie nach gesicherten Daten und Konfigurationen, Speicherort, Aufbewahrung, Schutz vor Löschung und Zuständigkeit für die Wiederherstellung. Bei einer Datenbankanwendung muss geklärt sein, wie ein zusammenpassender Datenstand entsteht. Lassen Sie außerdem festhalten, ob Restore-Unterstützung enthalten ist oder gesondert beauftragt wird. Für die Auswahl eines Servers sind diese Antworten ebenso relevant wie RAM und Speicherplatz.