Domain umziehen und E-Mails behalten
Eine Domain ist umgezogen, die Rechnung des neuen Anbieters ist da – und trotzdem liegen die alten E-Mails noch beim bisherigen Dienstleister. Das ist kein Widerspruch: Domainverwaltung, DNS und E-Mail-Speicher sind unterschiedliche Aufgaben. Wer sie vor dem Wechsel einzeln erfasst, kann den Umzug in überschaubare Schritte aufteilen.
Was wechselt tatsächlich?
Schreiben Sie für die Domain auf, wer sie verwaltet, wo die DNS-Zone liegt und welcher Dienst E-Mails empfängt. Ergänzen Sie Website, Newsletter, Shop und weitere Dienste, die Nachrichten mit Ihrer Domain versenden. Ein Unternehmen kann seine Domain bei Anbieter A, DNS bei Anbieter B und Postfächer bei Anbieter C betreiben. Ein Wechsel an einer Stelle erfordert daher nicht automatisch einen Wechsel an allen anderen.
Prüfen Sie vor einer Kündigung, ob das bisherige Paket auch DNS oder Postfächer bereitstellt. Lassen Sie sich den Abschalttermin und die Exportmöglichkeiten bestätigen. Der sichere Ablauf beginnt mit einem vollständigen Zielsystem und einer getesteten Kopie, bevor die bisherigen Zugänge entfallen.
Den Domaintransfer vorbereiten
Für .de-Domains beschreibt DENIC den Providerwechsel über AuthInfo: Sie beziehen das Wechselpasswort und geben es an den neuen Provider, der den Transfer anstößt. Das Passwort gehört ausschließlich in den dafür vorgesehenen, sicheren Ablauf. Es ist keine Freigabe, Postfachinhalte zu kopieren oder DNS-Einträge beliebig zu verändern.
Bei anderen Endungen können zusätzliche Voraussetzungen oder Transfersperren gelten. ICANN erläutert beispielsweise Einschränkungen nach bestimmten Registrierungs-, Transfer- oder Inhaberänderungen für die von ihrer Transfer Policy erfassten Domains. Prüfen Sie die konkrete Endung und den Domainstatus, bevor Sie ein festes Umschaltdatum mit allen Beteiligten vereinbaren.
Postfächer und Arbeitsweise erfassen
Beispiel: Ein Büro hat zwölf persönliche Postfächer, info@ als gemeinsamen Eingang und drei Weiterleitungen. Eine Liste mit zwölf Benutzern wäre unvollständig. Erfassen Sie zusätzlich Aliasse, Verteiler, Freigaben, Abwesenheitsregeln und verwendete Geräte. Fragen Sie ausdrücklich nach lokal archivierten Nachrichten: Was nur auf einem Arbeitsplatz liegt, ist möglicherweise in keinem Serverexport enthalten.
Lassen Sie den Migrationsumfang für Nachrichten, Ordner, Kontakte und Kalender getrennt bestätigen. Ein Kopierverfahren für E-Mails ist kein Nachweis, dass auch Termine, Aufgaben oder Stellvertretungen übernommen werden. Testen Sie zuerst ein repräsentatives Postfach mit Unterordnern und älteren Nachrichten. Der Nutzer sollte danach am Zielsystem prüfen, ob er seine tägliche Arbeit erledigen kann.
Checkliste für die Umschaltung
- DNS-Zone sichern und Zielwerte für Website, Mailzustellung und Absenderprüfung dokumentieren.
- Zielpostfächer, Aliasse und Berechtigungen anlegen; Anmeldung und eine erste Datenübernahme testen.
- Mit beiden Anbietern eine mögliche Übergangsphase und die abschließende Übernahme neuer Nachrichten abstimmen.
- DNS-Änderungen einschließlich Cache-Zeiten planen. Eine niedrigere TTL wirkt nicht rückwirkend auf bereits gespeicherte Antworten.
- Eingehende und ausgehende Nachrichten über externe Konten testen; Websiteformulare und Newsletter einbeziehen.
- Alte Zugänge erst nach Datenvergleich, fachlicher Abnahme und Ablauf der vereinbarten Übergangsphase abschalten.
Was Sie für die Anfrage brauchen
Für die erste Planung reichen Domainnamen, beteiligte Anbieter, Anzahl und Größe der Postfächer, gewünschter Zeitraum und benötigte Funktionen. Senden Sie keine Passwörter oder AuthInfo-Codes in einer allgemeinen Kontaktanfrage. Die Übernahme sensibler Zugangsdaten wird gesondert abgestimmt. Halten Sie am Ende fest, wer Domainverlängerung, DNS und E-Mail-Betrieb künftig betreut.